Bischofsstäbe und andere Arbeiten,
Teil II

Patene 1929Kelchpatene
Entstanden 1929-1930; Silber vergoldet, Zellenschmelz; Rückseite blau emailliert; Durchmesser 15cm.
Privatbesitz.

Unter Schwerdts wenigen Patenen-Entwürfen stellt diese Patene in der fast schon überladen wirkenden Reichhaltigkeit der Gestaltung eine Ausnahme dar und sollte sehr wahrscheinlich sein Können als gelernter Emailleur unter Beweis stellen. Dargestellt sind um das Lamm Gottes in der Mitte die vier Evangelisten durch geflügelte Symbole (oben beginnend, im Uhrzeigersinn): der Evangelist Matthäus als Mensch, Lukas als Stier, Johannes als Adler und Markus in Löwengestalt. Die vier kleinen, gelb unterlegten Darstellungen von Ähre, Fisch, Waage und Kreuz dienen als ornamentales Beiwerk.


 

Selbstporträt Fritz Schwerdt 1924Selbstportrait 1924 und Büste Fritz Schwerdt um 1924
Büste von Prof. Adolf Sautter, Pforzheim

Adolf Sautter: Fritz Schwerdt-Büste 1924
A. Sautter: Fritz Schwerdt

Von 1921-1926 besuchte Schwerdt die Pforzheimer Badische Kunstgewerbeschule. Dort erhielt er u.a. Unterricht in Modellieren bei Prof. Adolf Sautter, mit dem Schwerdt bis in die frühen 1950er Jahre in Kontakt blieb. Um 1924 fertigte Sautter eine Gips-Büste von Schwerdt an, die als Bronzeabguss erhalten geblieben ist; rechtes Foto.

Aus derselben Zeit stammt das nur als Fotografie (siehe links) überlieferte Selbstportrait in Form einer Bleistiftzeichnung. Fritz Schwerdt hinterließ viele weitere Portraits und Selbstportraits, die er bis zu seinem Tod anfertigte.


Kommunionpatene 1934

Kommunionpatene
Entstanden um 1933; Silber vergoldet und poliert.
Verbleib unbekannt.

Diese Patene entwarf und fertigte Schwerdt während seiner Zeit auf der Kunstgewerbeschule und veröffentlichte sie erstmals 1934. Zum Bild heißt es dort: „Die Patene ist von den Kommunikanten weiterzureichen”.

Diese Patenen gehen auf einen Erlass des Vatikans zurück, dass sich die Gläubigen beim Austeilen der Kommunion durch den Priester eine solche Schale unter dem Kinn halten sollten, so dass evtl. herunterfallende Hostienpartikel aufgefangen werden können!


Intarsie 1946 (Detail)

Intarsienkruzifix Detailansicht.
Entstanden um 1947; verschiedene Holzarten;
BxH 18×25 cm. Ausführung Paul Lück.
Privatbesitz.

In der Nachkriegszeit zwischen 1946 und 1949 entwarf Fritz Schwerdt unterschiedliche Holzintarsien, wie Kreuze/Kruzifixe, Kerzenleuchter, Madonnenbilder und auch Tischplatten. Dabei nahme er seine bekannten Email-Arbeiten als Vorbild. Diese Intarsien wurden unter dem Markenzeichen „INTARSIA” in den Handel gebracht. Zahlreiche dieser Arbeiten sind erhalten geblieben.


Ex-OB Jürgen Linden mit OB-Kette Aachen

Amtskette Oberbürgermeister Aachen
Entstanden 1954; Silber, z.T. schwarz oxydiert, Email.

Die Aachener OB-Amtskette, entworfen von Fritz Schwerdt, von ihm und seinem Kollegen Josef Zaun angefertigt, besteht aus 31 Adlern, die an die 31 in Aachen gekrönten deutschen Kaiser erinnern sollen. Die Adler sind aus Silber handgearbeitet und vergoldet. Die verbindenden Gliederstücke sind schwarz oxydiert, so dass sie – wie auf dem Foto gut erkennbar – nicht sichtbar

OB-Kette Aachen

sind und damit die goldenen Adler hervortreten lassen.

Hinweis: Die Kette musste in den letzten Jahren um weitere Adler ergänzt werden, hauptsächlich wegen der generell zunehmenden Größe der Aachener Oberbürgermeister.

 


Fotos: Pit Siebigs, Fritz Schwerdt(2), Raphael Schwerdt(2),
Stephan Bücken, Wikimedia