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Baummonstranz

Die von dem Kunstinterpreten Lothar Schreyer verfasste frühe Beschreibung des kühnen Entwurfs ist nach wie vor gültig:

[Fritz Schwerdt] wählt als christliches Symbol den Lebensbaum. Kraftvoll wächst der Stamm aus der flachen runden Fläche sich nach oben verjüngend empor. Aus ihm treiben nach rechts und links drei Äste als sichelförmige Sprossen. Die Höhe des Stammes wird von dem großen runden, nach vorn geöffneten Behältnis bekrönt, in dem hinter der Kristallwand die Lunula sich schwingt.

Lothar Schreyer:
Neue Arbeiten von Fritz Schwerdt. In: DAS MÜNSTER 1/1953, Regensburg 1953

Das Foto zeigt deutlich die geschwungene Linienführung sowie die als Falz ausgeformten Ränder der „Äste“.

In den ersten Veröffentlichungen wurde der Begriff „Lebensbaum“ auch zur Beschreibung des künstlerischen Stils übernommen, während sich der Name „Baummonstranz“ erstmals in Karlheinz Goerres: Ausstellung Gemeinschaft junger europäischer Künstler, Aachen 1955, findet, ein Name, der sich rasch durchsetzte und von Schwerdt übernommen wurde.

Fritz Schwerdt: frühe Baummonstranz

Nur aus dem Fotonachlass Fritz Schwerdts ist eine frühe Baummonstranz bekannt, die laut foto-rückseitigem Stempel zwischen 1946-1949 entstanden sein muss.

Wie sich durch Vergleich historischer Fotografien belegen lässt, ist diese Version der originären Entwurfsfassung am ähnlichsten und im Vergleich mit den ab 1952 ausgeführten Exemplaren in ihrer künstlerischen Gestaltung einfacher gehalten. So sind beispielsweise die seitlichen Äste plan, ohne hochgezogenen Rand, und das Hostiengehäuse ist in funktionaler Hinsicht einfacher.

Fritz Schwerdt: Entwurf Lebensbaum-Monstranz

Der originale Entwurf ist nur als Fotografie überliefert. Auf dem Fußrand ist handschriftlich eingefügt:
„MONSTRANZ ‚LEBENSBAUM’ FRITZ SCHWERDT AACHEN KAPELLENSTRASSE 45“
Die ausgeführte Form unterscheidet sich in einigen Details von diesem Entwurf, vor allem die „Äste“ des Baums sind ohne Seitenfalz versehen, auch fehlt das kleine Symbol auf der Spitze.

 

Fotos: Fritz Schwerdt(2), Pit Siebigs