Monstranzen

Auf dieser Seite stellen wir einige Monstranzen aus Schwerdts Œuvre vor. Für eine weitergehende Übersicht sei auf die Publikation „FRITZ SCHWERDT – Moderne Sakralkunst aus vier Jahrzehnten” verwiesen.

Baummonstranz, 1947

Baummonstranz, auch: Lebensbaum-Monstranz. Entworfen 1947, ausgeführt 1956; Silber vergoldet, roter Granat.
u.a. in St. Antonius von Padua, Habbelrath.

Die wohl bekannteste Monstranz von Fritz Schwerdt. Sie wurde 1947 frei geschaffen, d.h. ohne konkreten Auftrag. Sie gilt als eine der herausragenden Neuschöpfungen in der modernen Sakralkunst und fand Eingang in zahlreiche Veröffentlichungen und Lexika.

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Engel- oder Cherubim-Monstranz, 1935

Engel- oder Cherubim-Monstranz. Entworfen 1930, Ausführung 1934; Silber vergoldet, Email.
Ehem. St. Martin, Aachen; jetzt: St. Germanus, Aachen.

Mit der Engel- oder Cherubim-Monstranz schuf Schwerdt eine technisch aufwändige Sakralarbeit, die als Gegenentwurf zu den fast asketisch wirkenden Monstranzen seines Lehrers und Kollegen, Anton Schickel, anmutet. Gehorchen dessen Entwürfe dem „Prinzip der radikalen geometrischen Vereinfachung“ (Adam C. Oellers) und bestehen diese aus „einfachem Silberrohr“ (ebd.), so betont Schwerdt in dieser Monstranz das Prachtvolle, Figürlich-Ornamentale und setzt mit den zwölf Engeln in fein-gliedriger Filigran-Email einen deutlichen Kontrast zu den der Klarheit und dem Handhabbaren verpflichteten Geräten der 1920/1930er Jahre.

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Silbermonstranz, 1937

Silbermonstranz. Entstanden (um) 1937. Messing, versilbert, Elfenbeinnodus, Glas, Lunula Silber vergoldet. Verbleib unbekannt.

In der Zeit von 1934 bis 1939 hatte Schwerdt zahlreiche Monstranzen geschaffen, die dem gängigen Zeitgeschmack entsprachen und neben funktionalen Elementen auch Schmückendes, wie Edelsteine, Gravuren, Ziselierungen, Emailflächen aufwiesen.
Anders bei der im Pariser Vatikan-Pavillon im Jahre 1937 ausgestellten Monstranz. Schwerdt beschränkte sich bei diesem Entwurf auf die Funktion und schuf so die in seinem Werk einfachste und gleichzeitig preiswerteste Monstranz.


 

Farbige Monstranz oder „Kindermonstranz“.1955

Farbige Monstranz, auch: Kindermonstranz. Entstanden 1955; Kupfer vergoldet, Topasperlen, Rosenquarzmugel und Bergkristalle.
Verbleib unbekannt; ehemals Caritas-Kinderdorf „Maria in der Drucht”, Duisburg.

Die Farbige Monstranz ist nach Schwerdts eigenem Verständnis eine weitere Abstrahierung des Lebensbaummodells, wie er es 1947 erstmals in seiner Baummonstranz umsetzte. Stattete er letztere noch mit je drei Zweigen links und rechts des Stammes aus, so hat diese nur noch einen einzigen Zweig zu beiden Seiten.

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Rote Engelsmonstranz, 1954

Rote Engelsmonstranz. Entstanden 1955; Silber vergoldet, Email, Milchtopase.
St. Michael, Frankfurt a.M.; jetzt: St. Michael – Zentrum für Trauerseelsorge.

Die Monstranz ist ein Unikat in Schwerdts Werk. Er verwendete für sie ungewöhnlich viele gestalterische Mittel: die großflächige Emaillierung der Scheibe, die dicht angeordneten gleichen Engelsdarstellungen, das mit einer großen Bergkristallscheibe ausgestattete Schauglas, der schlanke Schaft mit dem runden Fuß sowie die wohl von einem Stifter beigesteuerten Edelsteine unterhalb des Schauglases.


 

Strahlenmonstranz. 1955

Strahlenmonstranz. Entworfen 1955, erste Ausführung 1957; Silber vergoldet, perlmuttfarbiges Email, Milchtopase. St. Laurentius, München.

Die (sog. „einfache“) Strahlenmonstranz von 1955 für die Münchener St. Laurentius-Kirche folgt in ihrer Gestaltung dem Typus der Scheibenmonstranzen. Sie wirkt weniger festlich als andere Schwerdt’sche Monstranzen und ist für Prozessionen geeignet.

Auch hier verzichtete Schwerdt auf symbolisches oder allegorisches Beiwerk, fügte aber den diesmal flächig gearbeiteten vergoldeten Strahlen einen inneren Ring aus emaillierten Stegen hinzu, der mit seinen perlmuttartigen Farben unübersehbaren Glanz erzeugt.


 

Kleine Tafelmonstranz, 1961

Kleine Tafelmonstranz. Entstanden 1961; Scheibe Silber emalliert und vergoldet, Schaft und Custodia geätzt. Atelier Schwerdt&Förster. Heilig Kreuz, Bottrop.

Die in der Rudolf Schwarz erbauten Heilig-Kreuz-Kirche vorhandene Tafelmonstranz wurde als betont kleine und damit auch leichte Monstranz angeschafft, die so insbes. bei Prozessionen Einsatz finden konnte. Die Kirche besitzt des weiteren aus Schwerdts Atelier eine größere Monstranz, die zur „Anbetung“ gedacht war ; siehe dazu auch

Mehr zur Kindermonstranz.

 

 


Fotos: Fritz Schwerdt, Pit Siebigs(2), Raphael Schwerdt(2), Schmitter